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Praterkind durch und durch

Interview

Praterkind durch und durch

Paul Kolarik betreibt mit dem Restaurant “Luftburg – Kolarik im Prater” das derzeit größte vollzertifizierte Bio-Restaurant der Welt. Im Interview spricht Paul über die Beweggründe zur Umstellung auf 100% Bio, die Begeisterung für seine Arbeit, seine Kindheit im Prater und was den Wurstelprater für ihn ausmacht.

Lieber Paul, du bist ein echtes Praterkind – erzähl uns ein bisserl was über dich.

Ich bin durch und durch ein Praterkind und im wahrsten Sinne des Wortes in den Betrieb hineingeboren! Ich war eine Hausgeburt und bin im Schlafzimmer meiner Eltern, direkt über unserem damaligen Wohnzimmer – die heutige “Gute Kinderstube“ – auf die Welt gekommen. Ich kenn’ den Wurstelprater und seine Umgebung wie meine Westentasche.

Schon als 7-jähriger Bub war ich auch am Wochenende am liebsten im Prater unterwegs. Bei der Daytona Beach Spielhalle durfte ich zum Beispiel Videospiele spielen – etwas ganz Besonderes für mich, da wir zu Hause keine Spielkonsole hatten. Der Werdegang meiner Mutter und das was sie hier aufgebaut hat, haben mich auch von klein auf fasziniert. Ich habe mich bereits damals bei den Lieferanten als „Junior Chef“ vorgestellt. (lacht)

Nach meiner touristischen und betriebswirtschaftlichen Ausbildung bin ich relativ schnell ins Familienunternehmen eingestiegen. Im Jahr 2020 übernahm ich im ersten Lockdown den gesamten Betrieb von meiner Mutter und bin seitdem selbstständiger Gastronom und Schausteller.

Was bedeutet der Prater für dich persönlich?

Heimat! Der Prater ist für mich tatsächlich mein absoluter Lebensmittelpunkt. Ich arbeite hier, ich wohn’ hier. Viele Mitstreiter im Wurstelprater sind zu Freunden geworden. Ich verbring’ auch den Großteil meiner Freizeit in der Leopoldstadt – ich spiele Padel-Tennis im grünen Prater, meine Frau und ich gehen spazieren und Fahrrad fahren mit den Kindern auf der Hauptallee. Mir gibt der Prater alles, was ich für mein Leben brauch‘.

Wie vereinbarst du als Familienvater Familie und Beruf?

Meine Frau, Bianca, und ich haben das große Glück, dass sich Privatleben und Selbständigkeit als Unternehmer im Prater wunderbar verbinden lassen. Unsere Kinder sind, genau wie ich früher, auch viel im Prater unterwegs und springen gerne in unserer Luftburg Erlebniswelt, sind in der Praterfee, um sich auszutoben, oder fahren mit verschiedensten Fahrgeschäften. Da wir auch hier in der Nähe wohnen – zu uns nach Hause sind es gerade mal fünf Minuten zu Fuß – lässt sich alles natürlich noch besser vereinbaren. Es ist schon ein Privileg der Praterunternehmer, dass Familien- und Arbeitsleben hier nicht getrennt sind.

Deine Mutter ist die Erfinderin der Luftburg und hat auch das gleichnamige Restaurant gegründet. Wie kam es dazu?

Die Erfindung der Luftburg ist entstanden, weil meine Mutter eine aufblasbare Matratze mit Seitenwänden haben wollte. Sie hat das im Design einer Burg skizziert und bei einem englischen Heißluftballon-Bauer in Auftrag gegeben. Was geliefert kam, war ein riesiges Ding, weil Zentimeter und Inch verwechselt wurden. Da es aber mehr als brauchbar war und aufgeblasen eine echte Burg zum Springen, war die erste Luftburg geboren. So dürfte auch der Name entstanden sein – die Burg aus Luft.

Sie hat sehr schnell erkannt, dass diese Luftburg ein schaustellerischer Hit ist, hatte aber damals nicht das Geld, um ein Patent anzumelden. Was sie aber gemacht hat, ist, sich den Namen markenrechtlich zu schützen – somit dürfen nur unsere Hüpfburgen als „Luftburg“ bezeichnet werden. Das Restaurant wurde danach benannt – weil es neben den Luftburgen entstanden ist.

2020 hast du den Betrieb übernommen. Wie ist es Geschäftsführer zu sein? Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Ich kann’s ganz einfach auf den Punkt bringen: Es ist geil! Für mich ist Unternehmertum ein Hobby. Ich liebe es, hier Tag für Tag Entscheidungen zu treffen. Ich liebe es, Dinge in Umsetzung zu bringen. Am Ende ist der Beweis der wirtschaftliche Erfolg, dass die Entscheidungen in einer Art auch richtig sind, diese Gesamtheit der Vielfalt an Aufgaben. Aber auch das Thema, dass man hier im Prater ist, im Grünen, in der Stadt und tagtäglich mit vielen tollen Menschen zu tun hat – das ist ein Rundum-Paket, das mir irrsinnig taugt.

Ihr habt euer Restaurant letztes Jahr renoviert. Was ist jetzt anders in der Luftburg?

Alles und nichts. Wir haben unsere Identität behalten – wir sind ein großer Gastgarten, wir haben einen Fokus auf bodenständige Küche und gutes Bier, aber wir haben uns entschieden, diesen Weg so nachhaltig wie möglich zu gehen. Schon 2018 haben wir begonnen, unseren Bio-Anteil sehr zu erhöhen, und haben das im Jahr 2021 zur Spitze getrieben, indem wir unser gesamtes Sortiment auf Bio umgestellt haben. Das heißt, jedes Essen und jedes Getränk, das wir servieren, ist 100% bio-zertifiziert. Und weil wir insgesamt 1.200 Sitzplätze haben, sind wir dadurch das größte vollzertifizierte Bio-Restaurant der Welt.

Den Umbau haben wir gleichzeitig auch genutzt, um das Thema Nachhaltigkeit spürbar zu machen. Das heißt, wir setzen sehr viel auf Holz, auf unbehandelten Stahl, auf Pflanzen, auf textile Möbel. Wir bieten ein Gesamtkonzept in einer Atmosphäre, in der man sagt “da fühl’ ich mich wohl, da bekomm’ ich wirklich gute Qualität und bin auch bereit, für diese Qualität zu bezahlen.“

Ihr habt 2019 die Bio Gastro Trophy, das Bio Umweltzeichen und den Umweltpreis der Stadt Wien erhalten. Aus welchem Grund ist Nachhaltigkeit so wichtig für dich?

Ich bin Familienvater und habe drei Kinder. Ich möchte mein Bestes dafür geben, einen lebenswerten Planeten zu erschaffen und zu erhalten. Ich glaube, das Bewusstsein ist mittlerweile groß, dass wir keine Alternative zu unserer Erde haben. Deshalb möchte ich hier mit dem Hebel, den ich als Unternehmer habe, meinen Beitrag dazu leisten, nachhaltig zu wirtschaften und dementsprechend auch ressourcenschonend zu arbeiten.

Was wird dein nächstes Projekt?

Zurzeit bauen wir gerade ein neues Eingangsportal mit einem Verkaufskiosk und einem Shop. Wir möchten die Möglichkeit schaffen, dass unsere Gäste die Artikel, die sie bei uns konsumieren, im Shop auch mit nach Hause nehmen können. Sei es jetzt das Bier, das wir haben, den Wein, die Marmeladen, die wir verarbeiten, den Sirup, aber auch das ein oder andere Spielzeug, wenn die Kinder mal ein bisschen quengelig sind. Und auch hier liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit, auf dem Besonderen – nichts, was du an jeder Ecke bekommen kannst.

Ein anderes Projekt, das wir letztes Jahr quasi nebenbei aus dem Boden gestampft haben, ist die Praterbühne mit Viktor Gernot und dem Casanova Theater. Das ist auch irrsinnig gut angenommen worden.

Eine kreative Frage haben wir für dich: Wenn du eine Speise wärst, welche wärst du und warum?

Meine persönliche Lieblingsspeise bei uns ist der Grillspieß, ich überleg’ grad, ob ich so einer bin. Ja, ich glaub’ der Grillspieß trifft’s gut, der ist außen schön kross, aber innen saftig weich. Ich wirke vielleicht manchmal auch sehr kross und unnahbar, das hat man mir schon einmal gesagt – mich hat’s damals sehr gewundert. Man sieht sich selbst ja doch oft anders. Aber wenn man mich kennenlernt, merkt man dann, dass ich sehr bodenständig bin – Chichi brauch’ ich nicht. Also insofern passt meine Lieblingsspeise wirklich zu mir.

Was hat sich im Wurstelprater in den letzten Jahrzehnten alles verändert?

Ich finde, dass sich der Prater absolut zum Positiven entwickelt hat. Ich weiß noch, als ich ein Kind war, da wurde der Prater oft auch anrüchig wahrgenommen. Natürlich gab’s eine gewisse Umgebung, die das bestätigt hat, wie den damaligen Straßenstrich etwa. Aber ich find’, dass der Prater irrsinnig an Fahrt aufgenommen hat, dass die Resonanz extrem positiv ist. Man spürt einfach durch und durch, dass eine junge Generation das Ruder in der Hand hält. Sei’s eben mit einem jungen Präsidenten, Stefan Sittler-Koidl, aber auch die einzelnen Unternehmer – es gibt so viele Leute, die Dinge bewegen und das taugt mir irrsinnig.

Wenn du eine einzige Sache am Prater ändern könntest – was wäre das und warum?

Die Bebauungsbestimmungen! Ich würd’ vieles für einen Flächenwidmungsplan geben, der den Unternehmern im Prater mehr Freiheit in der Planung und Umsetzung von neuen Ideen gibt.

Eine letzte Frage haben wir noch. Welche sind deine Lieblingsfahrgeschäfte im Wurstelprater?

Früher war mein absoluter Liebling der Taiga Jet, ein Rundfahrgeschäft, das es leider nicht mehr gibt. Da sitzt du in einer Gondel, die eine Ellipse fährt und die Wagons haut’s immer so raus beim im Kreis fahren. Aktuell ist es der Freifallturm – ich liebe die Aussicht da oben und den Kick beim Fall. Autodrom geht sowieso immer! Aber auch in die Luftburg oder aufs Trampolin zieht es mich mit meinen Kindern sehr oft.

 

Zur Person:
Paul Kolarik ist seit 2020 Eigentümer der Kolariks Freizeitbetriebe GmbH. Zu den Betrieben zählen die Luftburg samt Erlebniswelt, das Freizeitareal Praterfee, das Apartmenthaus Urban Lodge, die Veranstaltungsfläche Viktor Gernots Praterbühne und die Herstellung, Verkauf und Vermietung der Original Luftburgen. Alle Infos über das Unternehmen findest du unter kolarik.at

 

***Gewinnspiel***

Beantworte unsere Gewinnfrage und gewinne ein Stelzenessen für 2 Personen im Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater! Und weil wir nicht so sind, gibts auch zwei gschmackige Trostpreise in Form einer Luftburg Stelzenbrezn zu gewinnen.

Gewinnfrage:
Wie viele Sitzplätze gibt es im größten vollzertifizierten Bio-Restaurant der Welt?


Schick uns deine Antwort gemeinsam mit deinem Vor- und Nachnamen bis 31. März 2022, 12:00 an
gewinnspiel@prater.at.

Die Gewinner*innen des Hauptpreises und der beiden Trostpreise werden per Zufall aus allen Einsendungen mit der korrekten Antwort ausgelost und anschließend per E-Mail verständigt.

Wir wünschen dir viel Glück!

 

Teilnahmebedingungen:
An der Verlosung nehmen alle Einsendungen mit korrekter Antwort und vollständiger Angabe des Vor- und Nachnamens teil, die bis zum 31. März 2022, 12:00 eingelangt sind. Eine Verpflichtung zur Annahme des Gewinnes besteht nicht. Sollten Gewinner*innen die Annahme des Gewinnes nicht innerhalb von 3 Tagen bestätigen, verfällt ihr Anspruch auf den Gewinn ersatzlos und es wird nach gleichem Vorgehen eine Ersatzgewinner*in ermittelt. Die genannten Preise werden einmalig, österreichweit ausgespielt. Getränke sind nicht inkludiert. Rechtsweg und Barablöse sind ausgeschlossen. Die persönlichen Daten der Teilnehmer*innen werden nur zum Zweck dieses Gewinnspiels verwendet und ohne ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

 

Fotocredits: Kolariks Freizeitbetriebe GmbH, Philipp Lipiarski